Verarbeitung- und Sicherheitshinweise*

Unsere Textilien werden entsprechend den bekannten und vorgesehenen Einsatzgebieten gefertigt. Bedingt durch die über mehrere Produktionsstufen erfolgende Produktherstellung kommt es material- und verfahrensbedingt zu Schwankungen bei den Produkteigenschaften Breite, Flächengewicht, Schrumpf, Farbe und Farbaufnahme sowie bei anderen technologischen Eigenschaften. Identische Produktionschargen weisen Schwankungen dieser Merkmale in einem sehr engen Toleranzbereich auf. Von Produktion zu Produktion kann es jedoch zu merkbaren Unterschieden kommen. Daher empfiehlt es sich, Produktionschargen zusammen zu verarbeiten. Beim Einsatz von Materialien aus unterschiedlichen Produktionen sollte im Vorfeld der Weiterverarbeitung ein Test erfolgen.

Kleinere Fehler, wie Flecken, Maschen- oder Gewebefehler, sind verfahrensbedingt nicht vermeidbar und daher zu akzeptieren. Sie sind im Fertigprodukt gekennzeichnet und müssen bei der Weiterverarbeitung und Konfektion berücksichtigt werden. Es empfiehlt sich aus diesen Gründen auch, immer nur Ware aus einer Produktionscharge zusammen zu verarbeiten. Die Farbe „rohweiß“ sagt aus, dass bei der Veredlung der Ware keine Farbstoffe und optischen Aufheller zum Einsatz gekommen sind. Es handelt sich um die Eigenfarbe der für die Herstellung der Textilien eingesetzten Garne, die je nach Provenienz unterschiedlich ausfallen kann. Hierauf hat der Veredler keinen Einfluss.

Je nach Faserart und textiler Konstruktion fallen die Schrumpfwerte unterschiedlich aus. Am Ende der Fertigung weisen unsere Produkte niedrige Schrumpfwerte aus, die für die einzelnen Produkte den Produktinformationen zu entnehmen sind. Jede weitere thermische Behandlung von Synthesefasermaterialien und/oder auch die Nassbehandlung von zellulosischen Textilien unter Hitzeeinwirkung führen im spannungslosen Zustand zwangsläufig zu einer Veränderung von Länge und Breite der Textilien, die als Abweichung von den ursprünglich eingestellten Flächenmaßen, Flächengewichten und Schrumpfwerten festzustellen sind. Diese allgemein als „Restschrumpf“ bezeichneten Eigenschaften textiler Produkte müssen durch entsprechend angepasste Bedingungen bei der Weiterverarbeitung bzw. Konfektion berücksichtigt werden und fallen nicht unter die Gewährleistung des Textilherstellers.

Insbesondere beim Farbdruck der dafür vorgesehenen Ware ist der Einfluss des Feuchtegehaltes der Ware und der Raumluft von Bedeutung. Ein ungleichmäßiger Feuchtegehalt kann sich nachteilig auf die Druckqualität auswirken.

Es empfiehlt sich daher in Folie verpackte Ware vor dem Druck ca. 24 Std. zu akklimatisieren. Die für den Druck vorgesehenen Produkte sind von ihren Eigenschaften her für bestimmte Druckverfahren eingerichtet. Für einen optimalen Druck sollten diesbezügliche Produktinformationen beachtet werden. Unabhängig davon werden Druckergebnis und Farbechtheiten von verschiedenen Parametern beeinflusst, auf die nur der Drucker Einfluss hat. Beispielsweise kann eine Überlagerung von Stoffraster und Druckraster im ungünstigen Fall zu einem Moiré-Effekt führen. Auch sind die Druckmaschinentechnik, die Druckfarben bzw. -tinten, die Farbtiefe und –sättigung, die Feuchtigkeit von Textil und Luft beim Druckvorgang, die Trocknungszeit bzw. die Kontaktzeit bei Sublimationsdrucken und der Restfeuchtegehalt der bedruckten Ware, die Fixierbedingungen Temperatur und Zeit und andere Parameter von unterschiedlichem Einfluss auf das Druckergebnis und die Eigenschaften des bedruckten Textils. Dies ist vom Drucker insbesondere bei neuen Kombinationen und Colorits zu verantworten. Empfehlenswert ist daher im Vorfeld die Durchführung eigener Untersuchungen und Tests.

Bei Polyamidwaren und auch bei optisch aufgehellter Ware können Stickoxide (NOx) der Raumluft zu Verfärbungen und Vergilbungen führen. Wenn derartige Schäden auftreten, beispielsweise bei einem Bearbeitungs- und Lagerraum in der Nähe stark befahrener Straßen, sollte die Anlage zur Klimatisierung des Raumes über einen speziellen Filter verfügen. Die Transportfahrzeuge sollten in diesen Fällen elektrisch betrieben sein.

Für bestimmte Anwendungen sind Textilien mit flammhemmenden Eigenschaften erforderlich. Textilien aus 100% Polyester können diese Eigenschaften entweder durch den Einsatz flammhemmender Garne oder durch eine flammhemmende Ausrüstung erhalten. Für diese Textilien liegen entsprechende Zertifikate und Prüfzeugnisse vor oder können auf Wunsch erstellt werden. Nicht permanente Flammschutzausrüstungen können bei der Weiterverarbeitung der Textilien, insbesondere wenn eine Nassbehandlung bei höherer Temperatur (Nachwäsche von Drucken, Sattdampfbehandlung) oder eine thermische Behandlung bei einer Temperatur größer 120°C (Fixierung von Drucken, Laminierung, Kalandrierung, thermische Nachbehandlung) erfolgt, in ihrer Wirkung eingeschränkt werden. Der Einfluss dieser Behandlungen auf die flammhemmenden Eigenschaften der von uns ausgelieferten Produkte ist wegen der Vielfalt der Verfahren und der dabei angewandten Verfahrensbedingungen nicht abzuschätzen und bedarf spezieller Prüfungen. Gegebenenfalls muss eine nachträgliche Verbesserung des Flammschutzes vorgesehen werden.

Bei thermischen Prozessen mit einer Temperatur größer 180°C (z. B. Kalander, Fixierung von Polyesterdrucken mit Dispersionsfarbstoffen) kann es zu einem Abdampfen von gasförmigen und auch feinpartikulären Stoffen kommen. Empfehlenswert ist daher die Absaugung der Abluft und Ableitung in die Atmosphäre. Hierbei sollten eine Wärmerückgewinnung und gegebenenfalls auch ein Abluftfilter zum Einsatz kommen. Dies ist insbesondere dann zu beachten, wenn eine Prozesstemperatur größer 200°C erforderlich ist. Bei diesen Temperaturen kann es im Übrigen auch zu einer Strukturveränderung des Materials kommen. Die auf der Oberfläche des Kalanders oder des Kalanderfilzes abgelagerten Stoffe sollten durch regelmäßige Reinigung entfernt werden, um eine Übertragung auf das Textil und damit dessen Qualitätseinbuße zu vermeiden. Zu beachten sind in diesem Zusammenhang auch die Hinweise in den Sicherheitsdatenblättern, die von den Lieferanten der zum Drucken eingesetzten Farbstoffe, Tinten und chemischen Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden.

Bei der Lagerung und auch beim Transport ist darauf zu achten, dass geeignete Ablageflächen bereitstehen, gerollte bzw. getafelte Ware auf ebenen Flächen abgelegt wird, die kein Überstehen der Enden bzw. Kantenbereiche zulässt, nicht in stabilen Kartonagen gelagerte Rollen oder Tafelware nicht übereinander gelagert werden und allgemein Beschädigungen durch Lagerrahmen- oder –bodenteile, wie beispielsweise Druckstellen oder durch scharfkantige Stellen verursachte Reiß- und Schnittstellen, sowie durch unsachgemäßen Transport verursachte Überdehnungen, Stauchungen und Verschmutzungen vermieden werden.

Zu empfehlende Lager- und Transportbedingungen sind:

Lagertemperatur: Ø 20°C min.: 18°C max.: 30°C
Rel. Luftfeuchte: Ø 60% min.: 40% max.: 70%

Werden diese Bedingungen unter-oder unterschritten, kann es zu Schäden an der Ware, der Veredelung und der Färbung sowie den Drucken kommen.

Bei extremen Transport- und Lagerbedingungen, beispielsweise bei einem Seetransport über längere Zeit und bei extremen klimatischen Bedingungen (z.B.: hoher Temperatur und gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit) kann es besonders bei mittleren und dunkleren Farbtönen von Drucken oder Färbungen insbesondere von Polyesterwaren zur Thermomigration der Farbstoffe kommen, was beispielsweise in einer Verschlechterung der Reibechtheit zum Ausdruck kommt. Diese Erscheinung ist unabhängig von der Qualität der Fertigware und sollte durch Musterfärbungen/-drucken und an die Bedingungen angepasste Prüfungen im Vorfeld der Produktion durch den Druckereibetrieb untersucht werden. Gerne sind wir zu einer weitergehenden Beratung und auch Unterstützung durch unser Qualitätslabor bereit.

Outdoor-Produkte sind für den Einsatz im Außenbereich vorgesehen. Unterschiedliche Wetter und Umwelteinflüsse können jedoch die Haltbarkeit erheblich beeinflussen, weshalb keine Garantie gegeben werden kann. Es können gerne Erfahrungsberichte zu besonderen Bedingungen weiter gegeben werden.

Nachträgliche Zuschnitte hinsichtlich der Warenbreite, die auf Wunsch des Kunden erfolgen, können zu welligen Kanten und zu Unterschieden in der Fertigwarenbreite von bis zu 1,5 cm führen. Dies sollte bei der Bemessung der Ware für den Druck und für die Konfektion beachtet werden. Nachträglich geschnittene Ware ist von einer Reklamation ausgeschlossen.

* Folgende Verarbeitungshinweise beruhen auf unserer langjährigen Erfahrung und werden zur Beachtung empfohlen. Rechtlich verbindliche Zusicherungen können aus diesen Informationen nicht abgeleitet werden.